Koichi Shimada verstorben
Verfasst: Do Feb 18, 2016 16:08
Ich neige zwar nicht unbedingt zur Sentimentalität, aber dieser kleine Nachruf muß mal sein.
Koichi Shimada ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Bekannt wurde der "Älteste Rennfahrer der Welt" (Eintrag im Guinness-Buch) durch seine langjährige aktive Rennfahrer-Karriere bei Straßenrennen, Langstreckenrennen, Straßen-Zuverlässigkeitsfahrten und den Import von allerlei Tuningteilen direkt aus Japan. Sein kleines Ladengeschäft in Hamburg war jahrelang Anlaufpunkt für Tuning-Begeisterte fast aller japanischen Fahrzeugmarken.
Durch den Direktimport von Nockenwellen, Vergasern auch für die XT500 Modelle war er auch in der XT-Szene bekannt, aber Koichi Shimada war auch im Offroad-Sport zuhause, fuhr selbst auf DT125 im Geländesport, er importierte Ende der 70er Jahre die ersten Yamaha IT-Modelle und begann, Fahrer zu unterstützen. Nebenbei fuhr er auch noch mal bei einem Langstreckenevent Moskau-Peking mit einer WR200 mit - er war wirklich in allen Sätteln zuhause - Schwerpunkt allerdings Straße.
Ich war erst ca. 2 Jahre im Geländesport (hieß damals so) unterwegs, als ich die Möglichkeit bekam, auf abgelegten Sixdays-Motorrädern (Siegen 1979) der dort erfolglosen Fahrer einige Veranstaltungen zu bestreiten - das klappte so gut, dass ich für 1980 eine IT425 zur Verfügung gestellt bekam. Bedingung war : DM fahren, NGM sowieso, Aufkleber von "Shimada Sporting Club" draufpappen und sonst nur Gas geben. Teile gab es auch umsonst. Ein Traum sowas - für einen Privatfahrer.
1980 war so erfolgreich, dass es für 1981 eine IT465 gab, damit war ich weiterhin in der DM, NGM und bißchen EM unterwegs. Ende 1983 endete das Engagement aufgrund der allgemeinen Absatzkrise der Motorradindustrie. Eine Reise mit ihm nach Japan zum 8-Std.-Rennen nach Suzuka mit Yamaha Werksbesichtigung, NGK-Besuch, zahllosen Sehenswürdigkeiten -12 Tage Kultur + Motorsport - habe ich mit meiner Carmen auch noch gemacht.
In der vorangegangenen Zeit gab es dann auch mal die Möglichkeit, auf einer kleinen Rennstrecke eine TZ350 und eine TZ700 (Huiihh !) zu fahren, in der Werkstatt (Reparaturen an den ITs wurden dort zusammen mit japanischen Mechanikern ausgeführt, Verständigung auf japanisch/englisch/deutsch/Zeichensprache).
Ein XT500-Zylinderkopf mit Noguchi-Nocke und 34er TT-Vergaser - bearbeitet durch einen ehemaligen Noguchi-Mitarbeiter - zierte meine XT (hat noch jemand den Motor 1U6-003060?) und verhalf zum 11. Platz im OMK-Pokal in Bremerhaven (die Trommelbremsen waren immer nur für 2 schnelle Runden gut...)
Diese Jahre im Shimada-Team halfen dann auch später bei der Suche nach Sponsoren, das habe ich dem Chef später auch gesagt - da hat er gelacht.
Bis zum Jahr 2015 war Kochi dann noch als Teilnehmer beim Stadtpark-Revival dabei, zügig unterwegs auf einem historischen Yamaha-2-Takt-Renner.
"Habe die Ehre" war eine gängige Redensart von ihm , ich hatte sie.
Danke Kochi.
Gruß Ulrich
Koichi Shimada ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Bekannt wurde der "Älteste Rennfahrer der Welt" (Eintrag im Guinness-Buch) durch seine langjährige aktive Rennfahrer-Karriere bei Straßenrennen, Langstreckenrennen, Straßen-Zuverlässigkeitsfahrten und den Import von allerlei Tuningteilen direkt aus Japan. Sein kleines Ladengeschäft in Hamburg war jahrelang Anlaufpunkt für Tuning-Begeisterte fast aller japanischen Fahrzeugmarken.
Durch den Direktimport von Nockenwellen, Vergasern auch für die XT500 Modelle war er auch in der XT-Szene bekannt, aber Koichi Shimada war auch im Offroad-Sport zuhause, fuhr selbst auf DT125 im Geländesport, er importierte Ende der 70er Jahre die ersten Yamaha IT-Modelle und begann, Fahrer zu unterstützen. Nebenbei fuhr er auch noch mal bei einem Langstreckenevent Moskau-Peking mit einer WR200 mit - er war wirklich in allen Sätteln zuhause - Schwerpunkt allerdings Straße.
Ich war erst ca. 2 Jahre im Geländesport (hieß damals so) unterwegs, als ich die Möglichkeit bekam, auf abgelegten Sixdays-Motorrädern (Siegen 1979) der dort erfolglosen Fahrer einige Veranstaltungen zu bestreiten - das klappte so gut, dass ich für 1980 eine IT425 zur Verfügung gestellt bekam. Bedingung war : DM fahren, NGM sowieso, Aufkleber von "Shimada Sporting Club" draufpappen und sonst nur Gas geben. Teile gab es auch umsonst. Ein Traum sowas - für einen Privatfahrer.
1980 war so erfolgreich, dass es für 1981 eine IT465 gab, damit war ich weiterhin in der DM, NGM und bißchen EM unterwegs. Ende 1983 endete das Engagement aufgrund der allgemeinen Absatzkrise der Motorradindustrie. Eine Reise mit ihm nach Japan zum 8-Std.-Rennen nach Suzuka mit Yamaha Werksbesichtigung, NGK-Besuch, zahllosen Sehenswürdigkeiten -12 Tage Kultur + Motorsport - habe ich mit meiner Carmen auch noch gemacht.
In der vorangegangenen Zeit gab es dann auch mal die Möglichkeit, auf einer kleinen Rennstrecke eine TZ350 und eine TZ700 (Huiihh !) zu fahren, in der Werkstatt (Reparaturen an den ITs wurden dort zusammen mit japanischen Mechanikern ausgeführt, Verständigung auf japanisch/englisch/deutsch/Zeichensprache).
Ein XT500-Zylinderkopf mit Noguchi-Nocke und 34er TT-Vergaser - bearbeitet durch einen ehemaligen Noguchi-Mitarbeiter - zierte meine XT (hat noch jemand den Motor 1U6-003060?) und verhalf zum 11. Platz im OMK-Pokal in Bremerhaven (die Trommelbremsen waren immer nur für 2 schnelle Runden gut...)
Diese Jahre im Shimada-Team halfen dann auch später bei der Suche nach Sponsoren, das habe ich dem Chef später auch gesagt - da hat er gelacht.
Bis zum Jahr 2015 war Kochi dann noch als Teilnehmer beim Stadtpark-Revival dabei, zügig unterwegs auf einem historischen Yamaha-2-Takt-Renner.
"Habe die Ehre" war eine gängige Redensart von ihm , ich hatte sie.
Danke Kochi.
Gruß Ulrich